Gintoft

Postkarte „Gruß aus Gintoft“ ca. 1920

Das geräumig gebaute und landwirtschaftlich geprägte Dorf Gintoft liegt etwa eineinhalb Kilometer nördlich von Steinbergkirche im Kirchspiel Steinberg. Höhe 30 m. Das Terrain flacht nach Osten ab, wo die Steinberger Au größtenteils die Grenze gegen Norgaardholz und Steinberg bildet. Bis 1783 lag in Gintoft das Steinberger Pastorat. Noch 1837 gehörten 14 Häuser zur Nieharde und 19 Landstellen zum Gut Norgaard, das bereits 1520 durch Heirat mit dem Edelhof Gintoftgaard verschmolzen wurde und durch mehrere Hände ging, ehe es endgültig parzelliert wurde. 

Wie im Angeln-Buch von Pastor Jensen, Gelting zu lesen ist, zeichnete sich Gintoft durch eine Anzahl größerer Besitzungen aus. 1844 hatten „unter den reichlich 21 Besitzungen 1 über 70 ha, 2 je 60-70 ha, 2 reichlich 50 ha und 3 je 30 – 40 ha. Die Reinerträge sind hoch. Die Ländereien gehören zu den besten in Angeln. Außer den Landbesitzern sind hier 2 Kaufleute ansässig, ferner befindet sich hier eine Meierei, Wirtshaus, Schmiede.“

Seinen heutigen Charakter erhielt Gintoft durch große Veränderungen im 19. Jahrhundert. Die alte Stammparzelle des adligen Gutes Norgaard wurde abgebrochen, Ulsdamm wurde nach Roikier ausgebaut. Auch der Besitz von Jacob Lund wurde 1840 niedergelegt und in Hattlund (Brade) wieder aufgebaut und ging so der Gemeinde und dem Kirchspiel verloren. Mehrere Häuser, vor allem aus Wolsroi, wurden nach Gintoftholm „verflüttet“: Sachsdorf, eine kleine Katenstelle in Gintoft, wurde ebenfalls nach Gintoftholm verlegt, und daraus entstand der Besitz „Predigtstuhl“. Mehrere andere Bauernstellen und Katen sind ganz verschwunden.  

Erst 1871 wurde Gintoft eine eigenständige Gemeinde mit den Wohnorten Aubrück, Gintoft, Gintoftholm, Gintoftmoor, Norgaard, Predigtstuhl, Rieksbank, Ulsdamm und Wolsroi. Zur Gemeinde zählte auch die Ortschaft Steinbergkirche, die aber schon im gleichen Jahr an Bredegatt abgegeben wurde. Das Dorf zählte zu der Zeit 153 Einwohner.

Die Freiwillige Feuerwehr Gintoft wurde 1886 gegründet.

Im Hause Gintoft 3 wurde 1904 eine Privatschule eröffnet, die Knaben für die oberen Klassen der Oberschule vorbereitete. 1905 ist diese allerdings nach Bredegatt umgezogen. Außerdem bestand 1921-1928 eine Privatschule im Melkerhaus von Hof Norgaard, Gintoft 20. Diese Schule war von einigen Bauern eingerichtet worden, um deren Kinder den langen Weg zur Schule in Bredegatt zu ersparen.  

Mit der Gebietsreform 1970 erfolgte die Eingliederung in die zwischenzeitlich deutlich größere Gemeinde Steinbergkirche. Seither ist Gintoft ein Dorf von Steinbergkirche. 

Quellen:
- Angeln-Buch von Pastor Jensen, Gelting 1844
- Chronik des Kirchspiels Steinberg Band 1 Bernhard Asmussen 1986
- Topographie der Landschaft Angeln Band 1 Berthold Hamer 1994

Frank Peter Otzen 

 

Historische Ansichten von Gintoft 

 

 

Gruß aus Gintoft  (pdf-Datei, 0,9 MB)
Ein Blick zurück in die Geschichte eines Dorfes

 

 

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